Monika Kircher Kohl zu Gast beim Klub für Frauen

Frauenförderung braucht Ziele, keine Quoten! Danielle Spera im Gespräch mit Monika Kircher-Kohl Auf Einladung des Klubs für Frauen und von ORF-Moderatorin Danielle Spera gefragt, beschrieb Monika Kircher-Kohl am Donnerstagabend ihren Lebens- und Karriereweg als einen der in einander greifenden Zahnräder. Karrierepläne habe sie nie geschmiedet, sondern einen Schritt nach dem anderen gesetzt und Chancen ergriffen. In der Tat, Monika Kircher-Kohl ist Vorstandsvorsitzende der Österreich-Tochter des Halbleiterkonzerns Infineon, ehemalige „Managerin des Jahres“ und Mutter von zwei Kindern. Sie war unter anderem Vizebürgermeisterin von Villach und als Entwicklungshelferin in Lateinamerika tätig. Eines Ihrer Ziele ist es, Frauen für Technik zu begeistern. Sind der sympathischen und weltoffenen High-Tech-Lady aus Kärnten Frauenförderung ein Selbstverständnis und daher auch großes persönliches Anliegen, so lässt Sie mit ihrer Haltung aufhorchen: Kircher-Kohl setzt auf Frauenquoten in der Politik, jedoch spricht sie sich eindeutig gegen Quoten in Unternehmen aus. Auch wenn es – wie sie aus eigener Erfahrung zu berichten weiß – angenehmer wäre in gemischten Gremien zu sitzen, als als einzige Frau unter Männern Positionen vertreten zu müssen, würde Frauenförderung als deklariertes Ziel in Unternehmen mehr bewirken als festgeschriebene Kontingente. Denn auch Angebot und Nachfrage an für Jobs qualifizierten Menschen sei Thema und gerade hier habe Österreich Aufholbedarf. Ansetzen müsse man aber beim Gesamtsystem, bei der Bildungspolitik und einer Schulreform. Mit dem Forschungsstandort Österreich zeigte sich Kircher-Kohl im Großen und Ganzen zufrieden und zuversichtlich ob der Forschungs- und Innovationsstrategie, die aktuell von der Bundesregierung erarbeitet wird. Für Infineon Austria forschen rund 1000 SpezialistInnen und entwickeln die Hightech-Produkte, die in einer großen Anzahl von Anwendungen und Systemen enthalten sind.