Eva Glawischnig-Piesczek
Gf. Bundessprecherin und Klubobfrau der Grünen
Eva Glawischnig-Piesczek (38) ist seit Oktober 2000 Dritte Nationalratspräsidentin. 1999 kam sie für die Grünen in den Nationalrat, seit 2002 ist sie stellvertretende Parteichefin und – stellvertretende Klubobfrau der Grünen. Viele Jahre war sie die Umweltsprecherin, nach wie vor ist sie Vorsitzende des Umweltausschusses im Parlament. Die promovierte Juristin wollte eigentlich Musikerin werden. Über ihr Engagement bei einer Umweltschutzorganisation kam sie zu den Grünen.
Im freiheitlich-nationalen Kernland in Seeboden am Millstättersee als Tochter eines Land- und Gastwirtes geboren, wurden in dieser patriarchalen Kultur früh Widerstandsgeist und Aufmüpfigkeit geweckt. Gleichstellung von Frauen, die gerechte Verteilung von Einkommen, Macht, Freiheit und Karrieremöglichkeit für Frauen sind ihr erklärtes politisches Ziel. Es stört sie, dass über Frauen in der Politik oft ganz anders berichtet wird als etwa über Nachwuchspolitiker. Eine frühe Profil-Geschichte mit dem Titel "Eva, zum Herzeigen" hätte sich mit einem testweise eingesetzten Männernamen sehr kurios gelesen.
Die Schubladen, in die erfolgreiche Frauen gesteckt werden, kann man sich nicht aussuchen: "Radikale, aber wunderschöne Marxistin" (Andreas Khol) sei genauso daneben wie die "Bürgerliche", als die man sie jetzt zu entlarven suche, weil sie auch einmal in den Musikverein gehe. Die "Pragmatische"? "Frauen sind pragmatisch und fleißig, für Visionen sind die Männer zuständig". Glawischnigs Visionen: "Dramatische Weltoffenheit – das was in Kärnten so massiv fehlt."

